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Rennen um die besten Lehrplätze

Wer im Herbst eine Lehrstelle mit Perspektive haben will, bewirbt sich am besten sofort. Steirische Betriebe haben gerade jetzt Hunderte Lehrstellen ausgeschrieben und suchen die besten Leute.
Die Zahlen klingen gut: Spar sucht heuer 900 Lehrlinge, Rewe für seine Filialen von Billa bis Bipa 600 Lehrlinge, Hofer 150, dm Drogeriemarkt mehr als 230, die Voest 300, die ÖBB 500, Baumax 100, ja selbst der krisengeschüttelte Autozulieferer Magna sucht 60 Lehrlinge. Während der Großteil der steirischen Jugendlichen dieser Tage mit Prüfungen fürs Semesterzeugnis beschäftigt ist, bereiten auch Dutzende steirische Firmen ihre ganz eigenen Tests vor: Aufnahmetests für die Lehrlingssuche – heutzutage meist mit hübschen Namen wie „Lehrlings-Casting“, „Lehrlings-Challenge“ oder „Talentetag“ umschrieben. So wird die Lehrlingssuche gleich zur Marketing-Offensive in eigener Sache.
Lehrstelle
Jetzt ist Hochsaison
Fest steht aber: Wer im Herbst die gewünschte Lehrstelle haben will, soll sich jetzt bewerben, weil auch in sehr vielen Betrieben schon im Februar die Fristen enden. „Unser größtes Problem ist es, dass die Jugendlichen katastrophal lange zuwarten“, sagt der steirische AMS-Chef Karl-Heinz Snobe. „So viele junge Leute werden nicht aktiv und glauben, dass schon irgendwann der richtige Job daherkommt.“
Doch wie sieht’s überhaupt aus am Lehrstellenmarkt? Die offenen Stellen im Handel lassen den Schluss zu, dass hier von Krise keine Spur ist. Den Löwenanteil, rund 46 Prozent, bilden dabei die steirischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe aus, gefolgt von Handel und Industrie mit jeweils rund 15 Prozent. Im Gewerbe und Handwerk sei derzeit eine „gewisse Zurückhaltung“ bemerkbar, so Spartenobmann Josef Herk. „Es gibt aber eine ziemliche Diskrepanz, ich treffe viele Unternehmer, die dringend Lehrlinge suchen, das ist auch regional sehr unterschiedlich.“
Es gibt auch jetzt Betriebe, die sich schwer tun, überhaupt gute Leute zu finden. Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation herrsche in einigen Bereichen ein Fachkräftemangel. So seien u.a. EDV-Techniker, Elektrobetriebstechniker, Maschinenbauer oder Mechatroniker sehr gefragt. Ein zunehmendes Problem sei die Qualität der Bewerber, die schon mit den Grundrechnungsarten massive Probleme haben. Diesen Befund teilt auch AMS-Experte Hermann Gössinger, „wobei die Frage der sinkenden Qualität meist schon beim Auftreten vieler Jugendlicher beginnt“.
Motivieren
Die Arbeit des AMS bestehe daher immer mehr im Informieren und Motivieren, dass die Jungen einen Zukunftsberuf abseits der ewigen Hitliste – Mechaniker, Frisörin, Einzelhandelskauffrau – erlernen. Denn zum einen wird die Lücke größer (die Zahl der offenen Lehrstellen sinkt, die Zahl der Lehrstellensuchenden steigt), andererseits finden immer mehr Betriebe nicht die richtigen Leute.