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Nur hereinspaziert!

Tobias bei der Arbeit

Wenn du dich auf „Heavy Metall“ einlässt, hast du nicht nur die Lizenz zum Schweißen. Ein Arbeitsalltag mit Metalltechnik-Lehrling Tobias Schleich.

Eigentlich wollten wir uns ja an einen echten Schnupperlehrling heranpirschen und selbigen bei seinen ersten Geh- und Stehversuchen in seinem neuen Umfeld beobachten: Doch derzeit haben die klassischen Schnupperlehrlinge noch Schonzeit – die Saison wird erst Mitte November eröffnet.

Also heften wir uns mit Schreibblock, Kugelschreiber und aufgeladener Digitalkamera bewaffnet an die Fersen eines Lehrlings, der zwar den Großteil seiner Ausbildungszeit noch vor sich, aber doch schon sieben Wochen im betrieblichen „Lehrlauf“ hinter sich gebracht hat. Unser Opfer: Tobias Schleich, ehemaliger Schüler unserer Schule, 15 Jahre. Seine Ausbildung: Metalltechniker. Der Betrieb: Anton Paar ShapeTec.

Der erste Eindruck zählt nicht

„In der Hauptschule haben sie uns im Werkunterricht mit Holzarbeiten gequält“, erklärt Tobias. Was dazu führte, dass er ganz spontan eine Affinität zu „Heavy Metall“ entwickelt hat und im Poly Leibnitz im Schuljahr 2008/09 den Fachbereich Metall besucht. Mit Erfolg, denn im Herbst 2008 entschloss er sich daher, bei der Firma Anton Paar ShapeTec schnuppern zu gehen – und hat sich dabei so geschickt angestellt, dass er nach bestandener Aufnahmeprüfung und persönlichem Gruppengespräch ins Lehrlingsteam geholt wurde. „Wir hatten vergangenes Jahr 25 Schnupperlehrlinge, von denen wir dann zwei genommen haben“, so Johannes Bernsteiner, Geschäftsführer der Anton Paar ShapeTec. Und zählt auch hier der viel zitierte erste Eindruck? „Eigentlich überhaupt nicht. Es kommt allein auf das Geschick und die Gesamtleistung an. Und auf den Umgang mit den Kollegen.“ Diese und andere Parameter werden am Ende der Schnupperlehre in einem eigenen Beurteilungsbogen bewertet.

„Ich lerne wöchentlich dazu“

Zurück zur Gegenwart: Tobias schneidet gerade einen Dämmstoff zu und sein Teamleiter Christian Hauser sieht ihm dabei ganz genau auf die Finger. Okay, nicht ganz genau, weil er währenddessen mit uns spricht: „Der Tobias hat natürlich nicht nur mit Metall, sondern eben auch mit Dämmstoffen, Plexiglas und Kunststoffen zu tun.“ Unter anderem lernt er in der Abteilung „Mechanische Bearbeitung“ (welche Christian leitet) nützliche Dinge wie Senken, Sägen und Schleifen, dann kommt er ein paar Monate in die Schweißerei, wo er auch Nieten lernt, dann entweder zur Qualitätskontrolle oder in die Verpackung, dann in die Montage, von dort ins Magazin und dann zum Lasern. „Jeder dieser Abschnitte dauert unterschiedlich lange – zwischen drei und fünf Monate. Und zwischendurch kommst du als Lehrling auch wieder in Abteilungen zurück, die du schon kennst und lernst dort eben andere Spezialbereiche kennen.“

Insgesamt dauert Tobias‘ Lehrzeit dreieinhalb Jahre. „Was ich dann machen werde, weiß ich noch nicht. Im Moment lerne ich wöchentlich dazu. Und ja, es macht großen Spaß!“ Sagt’s und setzt die Stichsäge wieder an …